Summer Schools : Politik, Pop Und Martin Luther

Eine kleine Gruppe hat den Unterricht an diesem Vormittag auf den Rasen vor der Mensa verlegt. Platz um sich auszubreiten findet sie reichlich. Die Teilnehmer der Internationalen Sommeruniversität der FU Berlin, der Fubis, haben den Campus Lankwitz für sich allein. 433 Studierende aus 44 Ländern sind zum dritten Durchgang der Fubis in diesem Jahr gekommen – so viele wie noch nie. Vier Wochen lang belegen sie hier Seminare zu Geschichte, Politik, Recht und Kulturwissenschaften. Fast die Hälfte von ihnen ist auch für einen Deutschkurs eingeschrieben.

Die meisten Teilnehmer sind Anfang 20 und im Bachelor-Studium. Sie schwärmen von Berlin: „Berlin hat alles. Museen, Kunst, Mode, Geschichte“, sagt der US-Amerikaner Colton, 21, der am Bard College in New York Politik und Germanistik studiert. Die Studierenden nutzen die Sommerferien zudem, um in kurzer Zeit Leistungspunkte für das Studium zu sammeln oder nachzuholen. „Sie schätzen es, dass sie ins Ausland gehen können, ohne das Studium zu verzögern“, erklärt Kyra Gawlista, Programmmanagerin der Fubis. Andere kommen, um in ein anderes Fach hineinzuschnuppern oder ihr Wissen zu einem bestimmten Thema zu vertiefen. Bailey, 22, studiert an der University of California Irvine Kontrabass, Geschichte und Russisch. Weil sie sich im Studium mit der Reformation in Frankreich befasst, belegt sie hier das Seminar über Martin Luther. „Es wird alles sehr gut aufs Wesentliche heruntergebrochen“, findet sie.

Alles dreht sich um Berlin

Initiiert wurde die Fubis 1998, als die Zahlen beim Direktaustausch an der FU rückläufig waren. Die Uni wollte ein Programm für Studierende schaffen, das keine Deutschkenntnisse voraussetzt und in die Ferien fällt. Die akademischen Kurse sind so konzipiert, dass Studierende aus allen Fachrichtungen und ohne Vorwissen einsteigen können.

„Der Arbeitsaufwand ist allerdings größer als ich erwartet hatte“, sagt Frankie, 24, aus den USA. Er hat an der University of California, Los Angeles Psychologie studiert. In Berlin belegt er ein Seminar über Popkultur und einen Deutschkurs. „Wir haben einiges an Lektüre zu bewältigen.“ Außerdem geben die Teilnehmer Präsentationen und schreiben Essays.

Zwischendrin besichtigen die Studierenden die Museumsinsel, den Teufelsberg oder die Karl-Marx-Allee. Die Unterrichtsinhalte haben in der Regel einen Bezug zur Stadt und dem aktuellen Zeitgeschehen. In diesem Jahr kann man etwa Seminare über Berlin als Zentrum der digitalen Musik oder Flucht und Migration nach Europa belegen. Kurse über Politik und Geschichte sind besonders gefragt.

Die meisten Teilnehmer kommen aus den USA, Südkorea und China


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Source : http://www.tagesspiegel.de/wissen/summer-schools-politik-pop-und-martin-luther/20174662.html

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